Mediation

Mediation – lösen Sie Konflikte ohne Gericht

Immer wieder geraten selbst friedfertige Menschen in Konflikte, die sie allein nicht lösen können. Der Weg zum Richter sollte stets nur die letzte Möglichkeit sein. Vorher lohnt es sich eine Mediation durchzuführen, die sehr effektiv, kurzfristig und nervenschonend eine Lösung ermöglicht.

Ohne Gericht kann man Streit kostengünstiger mit dem Handwerker oder mit einem anderen Unternehmen, Konflikte mit dem Partner, dem Nachbarn, dem Mieter bzw. Vermieter oder am Arbeitsplatz  beilegen.

Im Januar 2011 hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf zur Förderung der Mediation eingebracht, damit Streitigkeiten zunehmend im gegenseitigen Einvernehmen außergerichtlich gelöst werden können. Die am häufigsten gestellten Fragen sind:

  1. Was ist eine Mediation?
  2. Was sind die Vorteile einer Mediation?
  3. Wann ist die Mediation sinnvoll?
  4. Welche Aufgabe hat der Mediator?
  5. Was kostet eine Mediation?
  6. Wie läuft ein Mediationsverfahren ab?

Hier finden Sie den Mediationsantrag (Mediationsantrag.pdf) und meine Mediationsordnung (Mediationsordnung.pdf).

1.  Was ist eine Mediation?

Mediation ist eine moderne und sehr wirksame Methode der Streitbeilegung. Im lateinischen Ursprung bezeichnet „mediare“ die Tätigkeit des Vermittelns zwischen zwei Parteien. Heute ist Mediation ein bewährtes Verfahren zur Lösung von Konflikten zwischen zwei streitenden aber verhandlungsbereiten Parteien. Diese suchen gemeinsam und freiwillig einen neutralen Vermittler, den Mediator auf.

Insbesondere der Mediator hilft  wieder miteinander ins Gespräch zu kommen, sich über die jeweils eigenen Bedürfnisse und Wünsche klar zu werden und die Interessen des anderen besser zu verstehen. Dann arbeiten beide Parteien mit Unterstützung des Mediators an einer Lösung für ihr Problem.

In der Regel sind dazu mehrere Gesprächstermine oder auch Telefonate notwendig. Im Vordergrund steht weniger wer Recht oder Unrecht hat. Die Mediation bezweckt auch nicht den Abschluss eines Vergleichs, bei dem die Konfliktparteien einfach nachgeben müssen, sondern es geht vielmehr darum, eine Lösung zu finden, die alle Beteiligten akzeptieren. Die Mediation ist ein Verfahren mit dem Ziel: Eine Lösung zu entwickeln, wo alle Gewinner sein sollen.

Während bei der Mediation die inhaltliche Verantwortung für die Konfliktlösung bei den Konfliktparteien bleibt, übernimmt der Mediator die Verantwortung für ein faires Verfahren, für den geordneten Ablauf des Konfliktlösungs-Prozesses. Das Verhandlungsergebnis wird festgehalten und ist für die Parteien bindend.

2.  Was sind die Vorteile einer Mediation?

Bei der Mediation können Sie einen Streit in kurzer Zeit oft schon nach wenigen Sitzungen beilegen, während ein Rechtsstreit vor Gericht sich häufig über Monate oder gar Jahre hinzieht (Schnelligkeit). Außerdem ist eine Mediation auch kostengünstiger als ein langwieriger Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang (Kostenersparnis). Einen Mediationstermin können sie mit mir kurzfristig vereinbaren.

Durch eine Mediation kann ein Gerichtsverfahren vermieden werden, welches Ihnen viel Zeit, Geld und Nerven kostet. Ebenso können unkalkulierbare Risiken und andere Belastungen vermieden werden, da die Beteiligten selbst über das Ergebnis bestimmen, nach ihren wirtschaftlichen und persönlichen Gesichtspunkten (Risikovermeidung). Es erfolgt keine Entscheidung über ihren Kopf hinweg. Sie müssen sich nicht gerichtlichen Zwängen unterwerfen.

Bei der Mediation arbeiten Sie aktiv an der Beilegung des Streites mit und beeinflussen so selbst die Dauer des Verfahrens. Maßstab sind die Interessen der Beteiligten und das was für sie sachlich und vernünftig ist (Selbstbestimmung). Das ist für die beteiligten Parteien vorteilhaft und führt zu dauerhafter und zukunftsorientierter Konfliktlösung.

Die Mediation baut nicht nur  Konflikte ab, sondern schützt auch die Beziehungen zwischen den Parteien, statt sie wie im Gerichtsprozess zu verschärfen (Schutz der Beziehungen). Die Mediation trägt zum Erhalt der persönlichen und geschäftlichen Beziehungen bei und gestaltet diese zukunftsfähig. Bei einer Scheidungsmediation werden sowohl die Bindungen als auch die Verantwortlichkeiten der Eltern gegenüber ihren Kindern besonders geschützt.

Bei der Mediation dringt nichts an die Öffentlichkeit (Diskretion). Nach dem Gesetz ist auch der Mediator zur Vertraulichkeit verpflichtet. Beim Gericht hingegen hängen die Namen der Klageparteien für jedermann öffentlich sichtbar aus.

Über 90% der Teilnehmer an Mediationsverfahren sind mit dem Verlauf und dem Ergebnis  zufrieden, während es bei Gerichtsverfahren nur 30% sind (Zufriedenheit). Im Mediationsverfahren ist keiner Verlierer, denn es gibt eine Lösung nur, wenn alle einverstanden sind (Win-Win-Lösung).

Die Mediation bietet insgesamt mehr Chancen für eine einvernehmliche Lösung des Konfliktes. Werden sich die Parteien nicht einig, können diese immer noch den Weg zum Gericht beschreiten.

3. Wann ist eine Mediation sinnvoll?

Insbesondere, wenn keine Öffentlichkeit gewünscht wird und die Personen in einem besonderen Verhältnis zueinander stehen, sollten sie eine Mediation bevorzugen. Auf diese Weise lässt sich der Kontakt, die Zusammenarbeit meist wieder störungsfrei fortsetzen, wenn das Problem geklärt ist. Beispielsweise sind das Streitigkeiten:

  • Krisen in der Familie, Generationskonflikte, bei Trennung und Scheidung sowie beim Sorge- und Umgangsrecht
  • Erbschaftsstreitigkeiten
  • Streit mit Handwerkern, Werkstätten, Ärzten, Architekten, Stadt- und Gemeindeverwaltungen
  • Auseinandersetzungen mit Nachbarn, mit Mietern und Vermietern, Bauträgern
  • Konflikte im Job zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter, andere  innerbetriebliche Konflikte unter Mitarbeitern (Mobbing) und zwischen verschiedenen Bereichen bzw. Abteilungen
  • Wenn Verhandlungen stocken und in eine Sackgasse geraten sind.

Gerade im Arbeitsrecht und bei Problemen in der Lehrausbildung empfiehlt das Bundesjustizministerium den Weg der Mediation.

Meine langjährigen Erfahrungen in der Streitschlichtung bestätigen, dass gerade bei arbeitsrechtlichen Problemen ein Konsens hilft, den Arbeitsplatz zu erhalten und das Arbeitsklima zu verbessern. Deshalb empfehle ich, bereits beim Abschluss des Arbeitsvertrages schriftlich eine Mediationsklausel zu vereinbaren bzw. den vorhandenen  Arbeitsvertrag entsprechend zu ergänzen.

Bei Bedarf können Sie die Klausel bei mir kostenlos  anfordern. Jeder Konflikt am Arbeitsplatz und darüberhinaus kostet Unternehmen viel Geld. Gern berate ich Sie, wie Sie zukünftig Konflikte im Unternehmen vorbeugen und vermeiden können und damit auch indirekte Kosten reduzieren.

Übrigens sollten auch Auftraggeber und Auftragnehmer im Businessbereich schon bei der Auftragsvergabe eine Mediationsklausel vereinbaren. Weitere Informationen finden Sie dazu unter dem Button Wirtschaftsmediation. Eine Mediationsvereinbarung für ein Bauvorhaben finden Sie unter Baumediation.

4. Welche Aufgabe hat der Mediator?

Der Mediator ist der unabhängige und neutrale Dritte. Er ist Lotse und Moderator, gibt aber keine Lösungsvorschläge vor und entscheidet in der Sache nicht. Der Mediator kennt den Weg zum Ziel und unterstützt sie dabei, dass sie die Lösung gemeinsam finden. Der Mediator sorgt für ein faires Verfahren und arbeitet schnell den Kern des Konfliktes heraus.

Er strukturiert die Verhandlung und befördert durch aktive Einbeziehung der Parteien eine kreative Lösung mit einem für beide Parteien akzeptablen Ergebnis. Der Mediator hält das Verhandlungsergebnis fest. Der erfahrene Mediator verfügt über Verhandlungsgeschick, Berufs-und Lebenserfahrung. Er sorgt dafür, dass sich destruktive Handlungen in konstruktiver Verhandlung wandeln. Außerdem kann er sicher psychologische Gesprächs-techniken anwenden.

Im Rahmen meiner umfassenden Ausbildung an der Grundigakademie Nürnberg habe ich das notwendige Fachwissen erworben und bin durch eine Prüfung zertifiziert. Hinzu kommen über 20 Jahre Praxiserfahrung bei der Streitschlichtung als Schlichter und durch die geschäftsführende Mitarbeit in zwei Schlichtungsstellen des Ost-Thüringer Handwerks.

5. Was kostet eine Mediation?

Die Mediation bietet deutliche Kostenvorteile gegenüber einem Gerichtsverfahren und auch deutlich niedriger als eine außergerichtliche Konfliktklärung mit zwei Rechtsanwälten. Die Mediation rechne ich in aller Regel nach Zeitaufwand mit einem vorher verbindlich vereinbarten Stundensatz ab, der sich nach der Komplexität, der Art und dem Aufwand sowie der Zahl der Beteiligten richtet.

Danach liegen meine Honorarsätze (außer Scheidungsmediation) einschließlich der Vor- und Nachbearbeitungszeit je nach Schwierigkeitsgrad zwischen 60 € und 180 € je Stunde  (jeweils brutto). Wobei jede Partei nur die Hälfte der Gesamtkosten trägt.

Natürlich hängen die Gesamtkosten auch von der Dauer der Mediation ab. Es liegt im Eigeninteresse der Parteien durch konstruktive Mitarbeit Kosten einzusparen durch eine rasche Einigung. Nach den Umständen des Einzelfalls sind auch andere Vergütungsformen möglich.

In der abzuschließenden Mediationsvereinbarung wird schriftlich festge-halten, wer die Kosten trägt, etwa wenn die Mediation scheitern sollte. Das ist allerdings sehr selten der Fall. Bei Lehrlingsstreitigkeiten wird in der Regel aus sozialen Gründen der Ausbildungsbetrieb die Kosten tragen. In den anderen Fällen teilen sich aber beide Parteien am Ende die Kosten zu gleichen Teilen. So wissen sie bereits zu Beginn des Mediationsverfahrens, welche Kosten auf Sie zu kommen.

In der Praxis werden oft die indirekten Konfliktkosten unterschätzt bzw. ganz vergessen. Eine gerichtliche Auseinandersetzung verursacht oft hohen internen Aufwand, bindet viel Zeit und Energie, welche dann für produktive Zwecke fehlen. Die finanziellen Nachteile dieser indirekten Kosten sind erheblich und steigen je länger der Prozess dauert.

Zum Honorar-Vergleich: Mehrere Rechtsschutzversicherungen unterstützen eine Mediation und ersetzen  im bestimmten Umfang Mediationskosten, in der Regel 180 €/Stunde. Bei Wirtschaftskonflikten bewegen sich die Honorare zwischen 150 und 300 €/Stunde. In der Familienmediation übernehmen beispielsweise die „D.A.S.“ und der „ROLAND“-Rechtsschutz bis  zu einem Betrag von 2000 € die Kosten.

Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, setze ich mich gern in Ihrem Auftrag mit der Rechtsschutzversicherung in Verbindung, um zu prüfen, in welchem Umfang diese die Kosten übernimmt.

6. Wie läuft ein Mediationsverfahren ab?

Erstens. Das Mediationsverfahren beginnt in der Regel mit einem kosten-losen Vorgespräch, wo der Mediator die Möglichkeit einer Mediation prüft, das Verfahren erklärt und offene Fragen zum Vorgehen beantwortet.

Nach  dem Vorliegen des in der Regel schriftlichen Mediationsantrages wird das Verfahren eröffnet und die andere Partei zur Stellungnahme und freiwillige Mitwirkung im Mediationsverfahren geklärt und mit den Parteien ein Vertrag zur Durchführung der Mediation abschlossen.

Hier werden neben den Mitwirkungspflichten insbesondere auch die Grundregeln wie Vertraulichkeit oder Neutralität und das Honorar festgelegt.

Zweitens stellen die Parteien den Konflikt aus ihrer Sicht dar. Beide Parteien bringen ein was geregelt werden soll, welche Wünsche und Bedürfnisse sie haben. Es wird ermittelt was den Parteien wirklich wichtig ist. Überraschungen sind hier nicht selten. Hieraus werden die zu klärenden Themen herausgearbeitet, alle Lösungsmöglichkeiten gesammelt.

Drittens werden dann die Konfliktlösungs-Optionen bewertet und auf ihre Realisierbarkeit und Akzeptanz geprüft. Diese Vorgehensweise vertieft das Verständnis füreinander und schafft die Grundlage für faire und interessengerechte Lösungen.

Wesentliche Sach- und Rechtsfragen (z. B. Sachverständigen-Gutachten oder die notarielle Beurkundung von Grundstücksfragen) werden gegebenenfalls in gemeinsam vereinbarten Verfahren geklärt.

Viertens wird zum Abschluss der Mediation das Ergebnis in einer verbindlichen Vereinbarung schriftlich festgehalten. Alle Parteien und der Mediator unterschreiben die Vereinbarung. Dieser ist für die Parteien bindend. Bei Bedarf wird die sofortige Vollstreckbarkeit etwa durch den Anwaltsvergleich oder die notarielle Beurkundung hergestellt.

Grundsätzlich sind alle Vereinbarungen, die zwischen zwei Erwachsenen getroffen werden, rechtsverbindlich. Wird er nicht eingehalten kann man den Rechtsweg beschreiten und sich auf das Mediationsergebnis berufen.

Der Ablauf der Mediation ist nicht starr. Die Vorgehensweise richtet sich nach dem konkreten Einzelfall. Bei der sogenannten Shuttle-Mediation pendelt der Mediator zwischen den Parteien bis eine von den Parteien akzeptierte Lösung gefunden ist. In der Regel findet die Mediation beim Mediator statt.

Die Mediation ist grundsätzlich eine gute und kostengünstige Chance, einen Konflikt zügig aus der Welt zu schaffen und zu aller Zufriedenheit dauerhaft zu lösen. Zur Schulung von Führungskräften, Entscheidern, Personalverantwortliche und Privatpersonen finden Sie im Anhang ein Seminarangebot: (Konflikte zeit-, kosten-, und nervenschonend mit Mediation lösen.pdf).

Konflikte kann man gut vorbeugen beispielsweise durch eine professionelle Vorbereitung auf Vertragsverhandlungen (keine Rechtsberatung). Nähere Informationen finden sie im Beratungsangebot.


 

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